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Dicke Milch, Dickmilch

Dicke Milch,
Dickmilch

Dicke Milch ist in Niedersachsen eine sehr beliebte, erfrischende Nachspeise. In kleinen Schalen wird entrahmte Milch tagsüber auf das Fensterbrett gestellt. Nachmittags oder abends wird die gesäuerte, dick gewordene Masse serviert (zuvor noch gekühlt) und mit Zimt und Zucker direkt serviert. Zum Dickmilchessen benutzte man früher "Kummen", dicke Holzlöffel, die anschließend wieder am "Tellerbört" aufgehängt wurden.

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Historische Quelle:

„Dicke Milch. Wenn die Milch anfängt sauer zu werden, so setzt man sie in einem nicht zu tiefen steinernen Gefäße ans Feuer, doch nur in der Ferne, sonst wird sie hart und käsigt, auch immer muß sie immer umgedreht werden, damit das Gefäß rundum gleich heiß wird. Sobald man nun merkt, daß man sie abstechen kann, so nimmt man sie behutsam, ohne sie zu schütteln, vom Feuer, hat einen von loser Leinwand dazu brauchbares Tuch, der über einen Milchkessel gebunden, in Bereitschaft, sticht die Milch mit einem flachen blechernen Rahmabnehmer auf das Tuch, daß sie rein ableckt. Dann richtet man sie an und giebt süßen Rohm darüber, und dabei Zuckerzwieback, Zucker, Canehl [Zimt], und auch wohl Rockenbrot.“

Hamburgisches Koch-Buch oder vollständige Anweisung zum Kochen insonderheit für Hausfrauen in Hamburg und Niedersachsen. Verfaßt von einigen Hamburgischen Hausfrauen. Sechste Auflage. Herold und Wahlstab Hamburg und Lüneburg 1821, Seite 34 (AM Nd 7)

 

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